China baut größtes Radioteleskop der Welt

Im Südwesten Chinas wird derzeit das weltweit größte Radioteleskop der Welt gebaut. Die Empfangsschüssel der sogenannten FAST-Anlage (Five hundred metre Aperture Spherical Radio Telescope) hat einen Durchmesser von 500 Metern. Damit löst sie das bislang größte Radioteleskop des Arecibo-Observatoriumsin in Puerto Rico mit insgesamt 300 Metern Durchmesser ab.

Auf der Suche nach außerirdischem Leben

Forscher erhoffen sich damit größere Erfolge bei der Suche nach intelligentem Leben im All. Dabei dient das FAST als wichtige Unterstützung des internationalen SETI-Projektes (Search for Extraterrestrial Intelligence). Seit 1960 umfasst die Suche nach extraterrestrischer Intelligenz zahlreiche wissenschaftliche Forschungsprojekte, die die Tiefen des Universums nach Hinweisen auf technische Zivilisationen untersuchen. Zudem begeben sich die chinesischen Wissenschaftler auf die Suche nach schwarzen Löchern, Supernovae und Pulsaren –  schnell rotierenden Neutronensternen.

Chinesische Regierung verordnet Zwangsumsiedlungen

Der einzige Nachteil dieses Mega-Projektes: Die chinesische Regierung vertreibt Menschen aus ihrer Heimat. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua in der vergangenen Woche, müssen über 9.000 Anwohner der Provinz Guizhou ihre Häuser verlassen. Da bereits die schwächsten Radiowellen, wie die eines Smartphones oder einer Mikrowelle, den Empfang der FAST-Anlage erheblich stören, wird das Gebiet um das Teleskop im Umkreis von 5 Kilometern geräumt. Entschädigt werden die betroffenen Bewohner laut Medienangaben mit 12.000 Yuan, also rund 1.600 Euro pro Kopf.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren bereits seit Jahren die Art und Weise der von der chinesischen Regierung angeordneten Zwangsumsiedlungen. Auch die Höhe der Entschädigungszahlungen sind bei Weitem nicht angemessen.

Flug einer Kamera-Drohne über die FAST-Anlage

Es gibt zwei unterschiedliche Ausführungen von Radioteleskopen: Zum einen können sie aus einer einzigen, großen Empfangsschüssel bestehen. So wie im Falle des FAST´s. Bei der zweiten Variante handelt es sich um die Verbindung von mehreren Antennen, die ein Netzwerk bilden. Das ALMA-Observatorium („Atacama Large Millimeter/submillimeter Array“) in Chile besteht beispielsweise aus 66 Schüsseln. Die Funktionsweise der meist parabolförmigen Empfangsschüsseln ist mit der einer herkömmlichen Satellitenschüssel für den Fernsehempfang vergleichbar.

Der Bau der FAST-Anlage begann im Jahr 2011. Insgesamt 1,2 Milliarden-Yuan, das entspricht einer Höhe von ungefähr 165 Millionen Euro, hat die Volksrepublik China in das Projekt investiert. Im September 2016 soll die Anlage in Betrieb genommen werden.

 

 

Beitragsbild: Xinhuanet/news

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