NASA startet mit den Arbeiten an Weltraumteleskop WFIRST

Nachdem die NASA im November 2015 bereits mit der Endfertigung des James-Webb-Weltraumteleskops, das 2018 die Nachfolge des Hubble-Teleskopes antreten soll, begonnen hat, geht die amerikanische Weltraumbehörde nun zu ihrem nächsten großen Projekt über. WFIRST (Wide Field Infrared Survey Telescope) ist seit Mitte Februar nun offiziell in die erste Phase gestartet, in der nun das finale Design sowie der Ausrüstungskatalog beschlossen wird. Ebenso werden Entscheidungen über die Finanzierung, technische Entwicklung und Bau als die eigentliche Missionsdurchführung getroffen.

James-Webb-Teleskop und Weltraumteleskop WFIRST

Beide Teleskope arbeiten nicht wie das Hubble-Teleskop im Bereich des sichtbaren Lichtes sondern im Bereich ab ca. 780 nm Wellenlänge, dem infraroten Licht. Die Vorteile dieses Wellenlängenbereiches sind, dass Infrarotwellen Gas- und Staubwolken einfach durchdringen können, die uns sonst den direkten Blick auf das Innerste von Galaxien versperren. Außerdem ist so auch möglich mehr über die Entstehung von Planetensystemen und Sternen, also den Anfangszeiten des Universums, zu lernen. Infrarotteleskope liefern ebenso tolle Bilder wie seine Kollegen, die nur das sichtbare Licht abbilden.

andromedanebel spitzer teleskop
Bild des Spitzer-Teleskopes vom Andromedanebel – Quelle: NASA

 

WFIRST ist mit ehemaliger Spionagetechnik ausgestattet

Das Weltraumteleskop verwendet eine Optik, die von US-Spionagesatelliten benutzt wurde, die bis ca. Mitte der 1990er Jahre in Verwendung waren. Die Primärspiegel haben eine Spannweite von rund 2,4 Metern und ähneln denen des Hubble-Teleskopes: Jedoch ist die Brennweite des WFIRST deutlich kleiner, weshalb es ein rund 100-mal größeres Sichtfeld besitzt als Hubble.

Der Start von WFIRST ist im Jahr 2020 geplant und sein Arbeitsort wird der Lagrangepunkt L2 sein, der sich rund 1,5-Millionen Kilometer hinter der Erde befindet und auf einer Achse mit der Erde und der Sonne liegt. Mit an Bord des Satelliten ist unter anderem ein Koronograf, der das helle Sternenlicht ausblendet, um eventuelle schwach leuchtende Planeten beobachten und untersuchen zu können. Als weiteres Instrument beherbergt der Satellit eine Weitfeldkamera, die Aufnahmen von großen Gebieten im infraroten Bereich erstellen kann.

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