Das Seeing (Sichtverhältnis)

Das Seeing ist mindestens ein genauso wichtiger Faktor für die erfolgreiche Beobachtung des Himmels, wie eine gute Ausrüstung und einem Grundwissen in Astronomie. Unter Seeing (engl.: Sehen) versteht man im Allgemeinen die Bildunschärfe durch Luftunruhen, als auch dessen Maß.

Ursachen für schlechtes Seeing

Durch schlechtes Sichtverhältnisse werden die beobachteten Himmelskörper verzerrt und verformt. Dieses Phänomen hat mehrere Ursachen. Die Übergangsschichten in verschiedenen Höhen unterhalb des Jet-Stream sind meist sehr turbulent und stellen die Hauptursache für eine schlechte Sicht dar. Ebenso beeinflusst die Wetterlage sehr stark wie gut wir durch das Teleskop sehen können. Starker Sturm und Unwetter machen eine Beobachtung natürlich weites gehend unmöglich. Die Thermik des Boden kann zu einer Verschlechterung des Seeing beitragen, da die im Boden gespeicherte Wärme der Sonnenstrahlen vom Tag und die kühle Nachtluft abgegeben wird und eine Luftturbulenzen erzeugt. Generell Wärmequellen wie z.B. beheizte Häuser lösen natürlich den selben Effekt aus. Deshalb ist es essentiell wichtig einen guten Platz für das Aufstellen des Teleskops zu finden. Dieser Platz sollte auch möglichst frei von künstlichem Licht sein, weshalb das Beobachten der Sterne etwas entfernt von Städten und Dörfern, also auf dem Land, Sinn macht. Teleskope mit kleinerer Öffnung bieten bei schlechtem Bedingungen oft besser Sicht als ihre größeren Brüder.

Gutes Seeing
Keine Luftturbulenzen bedeuten gutes Seeing = optimale Ergebnisse

Ein Trugschluss ist es jedoch zu behaupten, dass die Sichtverhältnisse immer gut seien, wenn der Himmel klar und dunkel ist. In den höheren Luftschichten könnten sich ja trotzdem viele Luftturbulenzen befinden, die man so mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann. Deshalb ist es immer wichtig den Wetterbericht zu beobachten, um einschätzen zu können, wie das Seeing wird.

Schlechtes Seeing aufgrund von Luftturbulenzen
Schlechtes Seeing aufgrund von Luftturbulenzen

Diese Turbulenzen sind Blasen aus wärmerer Luft, die sich in den den Atmosphärenschichten befinden und durch den Wind bewegt werden. Diese Blasen wirken wie eine konkave Linse und verschlechtern das Seeing, da sie das gesehene Bild „zerfetzen“ wie man hier ganz gut sehen kann.

Gutes Seeing ist zu erwarten, wenn ...Schlechtes Seeing ist zu erwarten, wenn ...
das zu beobachtende Objekt sich nahe am Zenit befindet
(Punkt genau über dem Beobachter)
sich das Objekt nur knapp über dem Horizont befindet
gerade Hochdrucklage ist, also schönes Wetter mit wenig Windallgemein viel Wind weht
Windstille in Bodennähe als auch in der Atmosphäresich in eurem Gebiet gerade eine starke Warm- oder Kaltfront befindet
geringe Temperaturschwankung in der Nacht bzw. von Tag zu Nachtdie Temperaturen nachts stark fallen