Montierung

Was ist eine Montierungen?

Eine Montierung ist das Bindeglied zwischen Stativ und Teleskoptubus. Es trägt den Tubus und wird zur Steuerung bzw. Ausrichtung des Teleskopes benutzt. Außerdem dient es der Nachführung, um die Erdrotation zu kompensieren. Die Nachführung kann dabei händisch als auch durch einen Elektromotor erfolgen. Damit gewährleistet man, dass das Teleskop über immer auf die vorher ausgerichteten Koordinaten fokussiert bleibt.

Mit einer guten Montierung ist man auch in der Lage schnell bewegende Himmelsobjekte wie Kometen, die ISS oder Satelliten nachzuverfolgen.

Welche Arten von Montierung gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen mittlerweile drei Montierungsarten:

  • Parallaktische (äquatoriale) Montierung
  • Azimutale Montierung
  • GoTo-Montierung

Parallaktische (äquatoriale) Montierung:

Sie gilt heutzutage eigentlich als Standartmontierung und bietet nur Vorteile gegenüber der Azimutalen. Es gibt verschiedene Arten (deutsche Montierung, englische Montierung, Gabelmontierung, ..), die aber im Endeffekt immer nach demselben Grundsatz funktionieren: Die Halterung besteht aus zwei beweglichen Achsen, der Rektaszensionsachse und der Deklinationsachse.

parallaktische montierung
Schema: Parallaktische Montierung

Funktionsweise:

Bei der parallaktischen Montierung ist die Stunden- oder Rektaszensionsachsen genau parallel zur Erdrotationsachse ausgerichtet und zeigt auf den Himmelsnordpol. Senkrecht darauf sitzt die Deklinationsachse an deren gedachtem Ende die Gewichte sitzen, die das Teleskop im sozusagen im Gleichgewicht halten. Das hat den Vorteil, dass man das Teleskop der Bewegungsbahn des Himmelsobjektes exakt nachführen kann, da man so das Teleskop nur auf der Rektaszensionsachse drehen muss, um die Erdrotation auszugleichen. Die Deklinationsachse ist dabei immer festeingestellt.

Viele parallaktische Montierung können auch mit Motoren inklusive Steuerungen nachgerüstet werden, sodass der Ausgleich der Erdrotation sowie eventuelle Korrekturen automatisch ausgeführt werden.

Wer Astrofotografie betreiben möchte sollte sich auf jeden Fall für eine parallaktische bzw. GoTo-Montierung entscheiden.

Azimutale Montierung:

Die einfachste und billigste aller Montierungen, neben der Dobsonmontierung, ist die azimutale Montierung. Das Prinzip dieser Montierungen finden wir besonders oft an Aussichtpunkten wieder. Dort sind meist gegen eine Gebühr zu benutzende Ferngläser installiert, die man in der Breite (Azimut) und  Höhe bewegen kann, um entfernte Objekte besonders leicht beobachten zu können. Bei Teleskopen mit azimutaler Montierung findet man meist solche mit Gabelhalterung, die sich über Stangen oder Feststellschrauben fixieren lassen [Bild] . Die einzigen Vorteile dieser Bauart sind, dass sie sehr leicht ist und sich damit auch gut transportieren lässt und das man für die Bedienung keinerlei Fachwissen benötigt.

Azimutale Montierung
Azimutale Montierung | Quelle: Amazon.de

Das Beobachten selbst klappt aber meiner Meinung nach nur bei größeren Objekten wie z.B. dem Mond sehr gut, da er sich aufgrund seiner Größe leicht verfolgen lässt. Sterne und Planeten hingegen sind wirklich schwer zu beobachten, da die Feineinstellung meist sehr zu wünschen übrig lässt. Den größten Nutzen azimutaler Montierung sehe ich bei Beobachtung mit Fernrohren, Ferngläsern oder Spektiven in der Natur. Dort kann es seine hohe Beweglichkeit voll ausspielen, damit man schnell das Motiv wechseln bzw. Tiere einfach nachverfolgen kann.

Man findet diese Montierung eigentlich nur noch bei sehr, sehr günstigen „Einsteigerteleskopen“, die ich eigentlich keinem mehr empfehlen würde. Gerade Anfängern empfehle ich da lieber ein Teleskop mit GoTo-Montierung inklusive Steuerung, da man damit sofort tolle Ergebnisse erzielt.

GoTo-Montierung:

Azimutale Einarm-Goto-Montierung
Azimutale Einarm-Goto-Montierung | Quelle: wikipedia.de

GoTo-Montierung (entweder azimutale oder parallaktische Bauweise) besitzen bereits von Haus Elektromotoren, die über eine Steuerung das Teleskop vollautomatisch auf ein vorher gewähltes Himmelsobjekt einstellen. Diese Steuerungsautomatiken besitzen immer eine große Datenbanken, in denen die Koordinaten für mehrere 10.000 Objekte hinterlegt sind. Somit sind sie gerade für Beginner der perfekte Einstieg in die Welt der Hobby-Astronomie, da so gut wie keine Erfahrung brauch, um erste Beobachtungen erfolgreich zu meistern.

Für viele parallaktische Montierungen lassen sich auch GoTo-Steuerungen nachrüsten.